Das Spiel mit dem Geld – was macht eigentlich ein Börsenmakler?

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Kaufen oder nicht kaufen? Die Einschätzungen von Börsenmaklern entscheiden in wenigen Minuten über den Gewinn oder Verlust von Geld. Sehr viel Geld. Wie wird man Börsenmakler und was macht man in dem Job genau? spleens academy verrät es dir.

„55 auf 60! Gut für 500? Ja? Ok, 500 mit 60 von dir ... an dich“. Bitte was? Börsenmakler sprechen eine eigene Sprache und ihre Arbeit ist für Außenstehende oft kaum zu verstehen. Im Namen ihrer Auftraggeber kaufen und verkaufen sie Aktien an der Börse und begutachten ihren Wert.

Wer ist wer an der Börse?

An der Börse gibt es Börsenmakler und Broker. Der sogenannte „amtliche Börsenmakler“ – oder auch “Kursmarkler“ – ist bei einer Börsenaufsichtsbehörde angestellt, beispielsweise an der Börse in Frankfurt am Main. Dort beurteilt er den Wert beispielsweise eines Unternehmens und stellt Aktienkurse fest. Er vermittelt Kauf- und Verkaufaufträge für Aktien und andere Wertpapiere zwischen Börsenbesuchern – vor allem zwischen Banken. Alles was darüber hinaus geht, nennt man Fremdgeschäfte. Amtlichen Maklern ist das verboten.

Der „freie Börsenmakler“ darf keine Aktienkurse feststellen, aber dafür sind ihm Eigengeschäfte erlaubt. Und es gibt Broker, die wie freie Börsenmakler auch mit Aktien handeln. Der Unterschied: Sie dürfen nicht nur Kreditinstitute betreuen, sondern auch Privatkunden.

Aktien: Was ist wie viel wert?

Broker oder Börsenmakler – beide müssen sehr genau beobachten, wie sich die Kurse von Unternehmen entwickeln. Wenn ein Unternehmen ein „AG“ im Namen trägt, heißt das, dass es eine Aktiengesellschaft ist. Wer Aktien kauft, besitzt einen kleinen Teil des Unternehmens. Wie viel ist ein Unternehmen gerade wert? Das wird an der Börse festgestellt.

Gespür für Geld

Börsenmakler und Broker brauchen also Durchblick und ein gutes Gespür, um festzustellen, welches Geschäft gerade boomt oder wichtig werden könnte – und auch, wer sich auf dem absteigenden Ast befindet. Wertpapiere sind billiger, wenn es einer Branche oder einem Unternehmen nicht gut geht. Wenn jemand an der Börse ein gutes Gespür hat, kauft er in diesem Moment Wertpapiere und verkauft sie, sobald sie wieder begehrter sind und mehr Geld bringen. Broker und Börsenmakler müssen also einen „goldenen Riecher“ haben und sich gut in der Wirtschaft auskennen.

Wie kommt man an die Börse?

Börsenmakler ist kein klassischer Ausbildungsberuf, doch eine Ausbildung zur Bankkauffrau oder zum Bankkaufmann ist erforderlich. Ein Studium in Finanzwirtschaft, Volkswirtschaft oder Betriebswirtschaft ist keine zwingende Voraussetzung, aber sehr hilfreich. Wirklich wichtig ist, dass du Berufserfahrung im Wertpapier- und Investmentbereich gesammelt hast. Das ist nötig, um dich mit der Finanzwelt vertraut zu machen, die Börsensprache zu verstehen und selbstbewusst auftreten zu können. Wer direkt an der Börse handeln will, braucht die Zulassung der jeweiligen Börse. Bei vielen Börsen musst dafür vor der zuständigen Kommission eine Prüfung ablegen. Und dann kann es losgehen.

Die Spur des Geldes

Es dauert lange, bis man als Broker oder Börsenmakler arbeiten kann und der Beruf ist komplex. Für viele dennoch ein Traumjob, denn der Nervenkitzel ist bei Börsengeschäften garantiert und die Chance auf das große Geld steht nicht schlecht. Börsenmakler und Broker verdienen ziemlich gut, denn wenn sie ein Wertpapier kaufen oder verkaufen erhalten sie dafür eine Provision, also eine Gebühr. Und je mehr Geld im Spiel ist, desto größer sind auch die Provisionen. Wenn es sich um große Konzerne handelt oder um Rohstoffe wie Erdöl, kann die richtige Entscheidung Millionen einbringen – aber auch große Verluste. Wer an der Börse arbeitet, sollte also gut versichert sein.

Die Börse im Wandel

An eine feste Anstellung zu kommen, ist allerdings nicht mehr so einfach. In Filmen über die Wall Street in New York – die größte Wertpapierbörse der Welt – sieht man häufig große Gruppen von Brokern und Börsenhändlern, die in Telefone brüllen und sich mit hektischen Handbewegungen Zeichen geben. Diese Zeiten sind vorbei. Immer mehr Aufgaben werden mittlerweile von Computerprogrammen übernommen. Die verbleibenden Broker und Börsenmakler spekulieren auch nicht mehr ganz so wild wie noch vor einigen Jahren. Viele Methoden, die zahlreiche Menschen an der Börse reich gemacht haben, sind mittlerweile verboten. Die weltweite Finanzkrise von 2008 hat das Image von Börsenmaklern und Brokern außerdem verschlechtert.

Ein Job für Finanzfreaks

Wenn du Börsenmakler oder Broker werden willst, solltet du dich davon aber nicht abschrecken lassen. Wer an die Börse geht, braucht eine Leidenschaft für Geld und Wertpapiere. Da du die Märkte auch außerhalb üblicher Geschäftszeiten im Blick behalten und oft auch spät abends telefonieren musst, solltest du dich für Aktienkurse, Unternehmenspolitik und allgemeine Politik interessieren. Vielleicht ist die Börse dann der richtige Arbeitsplatz für dich.