Refraktiver Koordinator

Liza Poller arbeitet in einer großen Hamburger Augenlaserpraxis und hat für ihre Patienten nur das Beste im Sinn. Wenn die über die Türschwelle treten, läuft ihnen trotzdem oft der kalte Angstschweiß über die Stirn.

"Kann ich blind werden?". Diese Frage stellen Liza Pollers Besucher besonders häufig. Dann antwortet Liza mit einem warmen Lächeln, einem deutlichen Nein und erklärt mit ruhiger Stimme noch einmal den weiteren Ablauf. Und der ist so: Erst wird dem Patienten ein fester Saugring aufs Auge gesetzt. Mit einem Hightech-Hobel raspelt der Operateur dann eine hauchdünne Scheibe von der Hornhaut. Danach schießt er Laserstrahlen auf die frei liegende Hornhaut und klappt das herunterhängende Scheibchen anschließend sorgsam wieder auf das Auge.

Wer sehen will, muss leiden

Wen wundert es da, dass die Leute von Liza Aufmerksamkeit, Verständnis und vor allem Sicherheit erwarten? Die junge Rheinland- Pfälzerin arbeitet als refraktive Koordinatorin in einer großen Augenlaserpraxis. "Der enge Kontakt zu den Patienten" gefällt ihr am meisten an ihrem Wunschberuf. Lisa organisiert und telefoniert, sie berät und beruhigt. Und sie weiß über Geräte und Operationen bestens Bescheid. "An den OP-Tagen steht man unter Strom", erzählt sie. Dann kümmert sie sich um Manager und Models, Mechaniker und Mamas, die alle eines gemeinsam haben: schlechte Augen. Über eine Million Augenlaser-Operationen wurden schätzungsweise seit 1996 in Deutschland durchgeführt. Die häufigste ist die oben beschriebene LASIK-OP, die sogar aus schwächlichen Pupillen von bis zu minus zehn Dioptrien in wenigen Minuten Adleraugen machen kann. Allerdings ist eine solche OP erst ab 25 Jahren sinnvoll; erst dann ist das Auge so weit ausgewachsen, vorher verändert es sich noch zu stark. Und: Eine solche OP ist mit hohen Kosten verbunden.

Die Branche ist noch jung, eine klar geregelte Ausbildung zum refraktiven Koordinator gibt es deshalb (noch) nicht. Liza eignete sich in einem Intensivkurs ihres Arbeitgebers das medizinische Fachwissen an und lernte dabei zum Beispiel, wie man mit einem Pachymeter die Hornhautdicke misst.

Von der Koordinatorin zur Managerin

Nach der Schule hatte sie sich zunächst für eine Ausbildung zur Fremdsprachensekretärin entschieden und setzte danach noch eine zur Hotelfachfrau obendrauf. Die große Erfüllung war beides nicht, außerdem wollte die junge Frau aus dem Südwesten endlich in ihre Traumstadt Hamburg. Durch eine Stellenanzeige in einer Zeitung wurde Liza auf einen Job im hohen Norden aufmerksam - sie bewarb sich erfolgreich. Jetzt liegt ihr Arbeitsplatz in unmittelbarer Nähe der herrlichen Außenalster.

Der nächste Schritt für sie: eine weitere Fortbildung zur refraktiven Managerin. Dann wird sie noch mehr Verantwortung übernehmen und zum Beispiel die Augen der Patienten professionell mit einer Spaltlampe untersuchen können. Den nötigen Durchblick hat sie jedenfalls. Vor fast zwei Jahren lag Liza selbst im Behandlungszimmer. Und ist seitdem "glücklich gelasert".