Stuntman

Viele träumen davon, mal ein Stuntman zu sein: Aus riesigen Höhen fallen, Treppen runterstürzen, in Flammen aufgehen und sogar mit Autos gegen Wände krachen und dabei nicht einen Kratzer davontragen! Wie wird man eigentlich Stuntman und wie sieht die Praxis wirklich aus?

Wie wird man Stuntman?

Den besten Einstieg in diesen Berufszweig ermöglichen Stuntschulen mit anerkannten Ausbildungskursen. Grundvoraussetzung ist die Volljährigkeit bei Ausbildungsbeginn. Außerdem werden hohe Ansprüche an die körperliche Fitness gesetzt: Es muss ein Sporttauglichkeitsnachweis vom Sportarzt vorgelegt werden, zudem muss jeder Bewerber vor der Aufnahme in den Ausbildungsbereich "Stunt" eine Aufnahmeprüfung absolvieren. Manche Stuntschulen haben als Aufnahmekriterium auch noch den Besitz eines Führerscheins für PKW, Anhänger und 7,5 Tonnen LKW. Die Dauer der Ausbildung variiert je nach Stuntschule zwischen zwei und drei Jahren. Die Kosten für die Ausbildung betragen zwischen 1.500 und 2.000 pro Jahr.

Was lernt man in der Ausbildung?

Die Inhalte der Stuntausbildung bestehen im 1. Semester aus Grundlagentrainings. Diese setzen sich zusammen aus Akrobatik- und Falltraining, Klettern, Sichern, Abseilen, Knotentechniken, Showkampf, Sturz- und Höhentraining. Im 2. Semester steht das "Erweiterte Grundlagentraining" auf dem Programm. Dazu gehören der Ausbau der erlernten Eigenschaften des 1. Semesters, zum Beispiel Überfahrtraining und Treppenstürze. Im 3. Semester wird es anspruchsvoller: Im Spezialtraining lernen die zukünftigen Stuntleute, den Umgang mit technischen Geräten, wie Katapulten, die zur Simulation einer Explosionswelle eingestzt werden. Im Abschlusssemester dreht sich alles um die Showentwicklung. In jeder Gruppe wird eine kleine Stuntshow einstudiert. Hier muss jeder Stuntman beweisen, dass er einen Stunt auch selber planen und durchführen kann. Neben der praktischen Ausbildung gibt es auch einen umfangreichen Theorieteil. Unterrichtet werden Regeln für Doubles, Anleitung zum eigenen Training, digitale Nachbearbeitung eines Films, Schnitt, Kameratechnik und vieles mehr. Denn Stuntmen müssen die Produktionsprozesse verstehen und sich nahtlos in den Filmbetrieb einfügen. Die Teilnehmer können zusätzlich Sonderseminare wie "Turmspringen" und "Fahrtechniktraining" besuchen. Denn wie überall gilt: Wer mehr Qualifikationen vorweisen kann, hat auch bessere Chancen auf gutbezahlte Jobs.

Stuntkurse in Deutschland

Hermann Joha ist Deutschlands Stunt-Guru. Mit TV-Actionserien wie "Alarm für Cobra 11", "Der Clown" oder "Wilde Engel" hat er Maßstäbe gesetzt. Seine "Stuntschule Action Concept" ist die Nummer 1 unter Deutschlands Stuntakademien. Sehr interessant ist aber auch Europas erste und einzige Stuntschule für Kinder "M*K Movie Kids". Dort können sich Kinder im Alter von 5-17 Jahren in der hohen Kunst der Stunts unterrichten lassen - denn auch Jungschauspieler brauchen ihre Stunt-Doubles. Ebenfalls einen guten Ruf hat auch Deutschlands älteste Stuntschule "Deutsche Kaskadeure" von Sascha Borysenko, die bereits 1970 gegründet wurde. Weitere Adressen zum Thema hält übrigens auch die Agentur für Arbeit bereit.

Wie kommt man ins Business?

Der Einstieg in das Business läuft meist über Kontakte. Wichtig ist es auch hier, einmal in die Szene "hineinzukommen". Absolventen von Hermann Johas eigener Stuntschule haben natürlich gute Chancen, als Stuntman in einer seiner Actionserien mitwirken zu können. Insgesamt haben Stuntmen zur Zeit verhältnismäßig gute Karrierechancen, denn Action-Filme sind gefragt. Bei Jobsuche gilt wie immer im Berufsleben: Je besser die Qualifikation, desto größer die Jobchancen.

Wie hoch ist das Risiko?

Stuntmen sind von Berufs wegen größeren Risiken ausgesetzt als andere Berufsgruppen. Doch im Gegensatz zu früher ist der Job deutlich ungefährlicher geworden, weil bei den Produktionen der Mut und das Selbstvertrauen der Stuntmen durch eine gewissenhafte und professionelle Vorbereitung ersetzt wurden. Wirklich schwere Unfälle sind deshalb zur Seltenheit geworden. Was nicht heißen will, dass der Job ganz ungefährlich ist. Im Jahr 2002 kam Topmann Harry O'Connor bei den Dreharbeiten zu "xXx - Triple X" bei einem Fallschirmstunt ums Leben - Berufsrisiko. Und mit Knochenbrüchen, Hautabschürfungen oder blauen Flecken müssen Stuntmen sowieso immer rechnen. "Das gehört einfach dazu", bestätigt Karl Dalls doubelnde Tochter Janina Dall.

Welche Rollen spielen Frauen

Die Filmindustrie kann heutzutage nicht mehr auf Stuntfrauen verzichten. Dass Frauen nur von Frauen gedoubelt werden, ist inzwischen selbstverständlich. Und das schöne Geschlecht steht dabei den männlichen Kollegen in nichts nach. Übrigens hat jeder weibliche Hollywoodstar seine Lieblingsstuntfrau, die ihr von Statur und Gesicht ähnelt und sie in den gefährlichen Szenen gut aussehen lässt. So riskiert Shauna Ford für Jennifer Garner in deren "Alias"-Agentenserie Kopf und Kragen, Zoe Bell lässt Uma Thurman in "Kill Bill" blendend aussehen und Debbie Evans hält für Michelle Rodriguez regelmäßig den Kopf hin.

Hier gibt´s weitere Infos im Web:

www.actionconcept.de

www.stuntschule.de

www.arbeitsagentur.de

www.stuntsandmore.de