Was macht eigentlich ein Prothesenbauer?

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Prothesenbauer – stellen die nicht künstliche Beine her? Auch, aber nicht nur. Was genau zur Arbeit eines Orthopädietechnik-Mechanikers gehört und wie man es wird, erfährst du bei hier.

Wenn du schon einmal mit einem verstauchten Knöchel oder Handgelenk beim Arzt warst, hast du wahrscheinlich eine Schiene bekommen. Oder in der Fachsprache: eine Orthese. Ein Hilfsmittel, das belastete Gliedmaßen stabilisiert. Prothesen hingegen ersetzen fehlende Gliedmaßen. Ein Orthopädietechnik-Mechaniker erstellt beides – und macht jedem, der eine benötigt, das Leben sehr viel leichter.

Wie man Orthopädietechniker wird

Orthopädietechniker ist ein dualer Ausbildungsberuf, du arbeitest also im Betrieb und gehst zur Berufsschule. Während deiner Ausbildung kannst du beispielsweise in Orthopädietechnik- und Reha-Werkstätten lernen. Arbeit findest du hinterher dort, in Verkaufsräumen von Sanitätshäusern oder Krankenhäusern. Eine bestimmte Schulbildung wird nicht vorausgesetzt, doch mit Realschulabschluss oder Abitur stehen deine Chancen gut.

Technikverständnis gefragt

Orthopädietechniker haben täglich – wie der Name schon sagt – vor allem mit Technik zu tun. Du erstellst Konstruktionszeichnungen und Modelle und fertigst Orthesen und Prothesen an. Von der Bandage bis zur künstlichen Hand, aus Metall, Kunststoff oder Textilien. Manche Teile erstellst du von Hand, andere maschinell. Mit Maschinen und technischen Details solltest du generell kein Problem haben, denn hier brauchst du Fingerspitzengefühl.

Der richtige Ton

Fingerspitzengefühl ist aber auch im übertragenen Sinne gefragt, da du viel mit Patienten zu tun hast – in der Beratung oder wenn du Prothesen und Orthesen an Menschen anbringst und erklärst, wie sie sich anwenden und bedienen lassen. Ganz wichtig ist, dass du mit Menschen mit Behinderungen keine Probleme und Berührungsängste hast und ganz normal mit ihnen umgehen kannst. Gerade wenn du mit jemandem sprichst, der durch einen Unfall ein Körperteil verloren hat, brauchst du viel Einfühlungsvermögen.

Vorrausetzungen: Was du können musst

Wenn du Orthopädietechniker werden willst, solltest du ein kommunikativer Typ sein, da du Kunden beraten und dich mit Ärzten besprechen musst. Außerdem solltest du sehr sorgfältig sein, beispielsweise beim Messen der entsprechenden Körperteile. Du solltest auch pingelig genau hinsehen können, denn darauf kommt es beim Anpassen von Orthesen und Prothesen an.

Der Zeugnis-Check

Du weißt nicht genau, ob der Job für dich geeignet wäre? Dann schau mal in dein letztes Zeugnis: Wenn du an Werken oder Technik, Mathe, Biologie und Physik deinen Spaß hast und in deinem Beruf Menschen helfen willst, könntest du als Orthopädietechniker glücklich werden.