Was tun bei Prüfungsangst?

„Hilfe, eine Prüfung steht an!“ – Du kennst das Gefühl? Selbst bei dem Gedanken an die Prüfungssituation bekommen es einige schon mit der Panik zu tun. Hier erfährst du, was du dagegen unternehmen kannst.

Ob Klassenarbeit, Vorstellungsgespräch oder Vokabeltest: Viele sind vor und in solchen Situationen nicht nur etwas aufgeregt, sondern bekommen richtig Panik. So groß ist die Sorge, plötzlich einen Blackout zu haben, alles Gelernte auf einmal zu vergessen und zu versagen.

Nervosität ist ganz normal

Das Gefühl, vor wichtigen Prüfungen etwas nervös zu sein, ist völlig normal. Und das ist auch gut so: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass eine gewisse Portion Adrenalin uns zu Höchstleistungen befähigt. Aber Diplom-Psychologin Evi Küpper-Görkes weiß: „Sobald die Aufregung zu groß wird, kann sich der Effekt schnell ins Negative umkehren.“ Schwitzen, Herzklopfen oder Stottern kommt dann hinzu – und nicht selten schlägt die Angst auf die Gesundheit. „Viele kämpfen dann mit Übelkeit, Durchfall und Erbrechen und haben schlaflose Nächte hinter sich, was wiederum die Konzentration erschwert“, so die ausgebildete Psychotherapeutin. Jugendlichen mit Prüfungsangst fällt es daher häufig schwer, sich auf die eigentlichen Inhalte zu fokussieren und Gelerntes abzurufen. Woran liegt das?

„Gute Vorbereitung ist das A und O“

Evi Küpper-Görkes erklärt: „Bei Personen mit Prüfungsangst ist häufig zu beobachten, dass sie falsche Lerntechniken haben oder dazu neigen, das Lernen immer weiter aufzuschieben.“ „Aufschieberitis“ sagt man oft scherzhaft, aber dahinter steckt ein größeres Problem. Denn irgendwann wird die Zeit tatsächlich knapp. „Dann gerät man immer mehr unter Stress – und unter Stress lernt es sich bekanntlich schlechter. Eine gute Vorbereitung mit ausreichend zeitlichem Puffer ist daher das A und O“, weiß die Expertin.

Gute Vorbereitung gibt Sicherheit

Aber wie sieht eine gute Vorbereitung überhaupt aus? Hilfreich ist in der Schule vor allem das kontinuierliche Mit- und Aufarbeiten. Regelmäßig Hausaufgaben zu erledigen gehört zum Beispiel dazu und – in schwächeren Fächern – die regelmäßige Nachhilfe, und zwar nicht erst eine Woche vor der Prüfung. Der Vorteil: Du merkst frühzeitig, wenn du etwas nicht richtig verstanden hast, und kannst dir den Stoff von Lehrern oder Mitschülern nochmals erklären lassen. „Neue Lerninhalte können dann besser an bereits vorhandenes Wissen angedockt werden“, erklärt Evi Küpper-Görkes. „So muss man vor der Prüfung den Lernstoff lediglich wiederholen und sich nicht komplett neu aneignen. Das entlastet und gibt zusätzlich Sicherheit und Selbstbewusstsein, dieses Wissen auch wirklich in der Prüfungssituation abrufen zu können. So schwindet auch die Angst vor einem Blackout.“

Kontinuierlich am Ball bleiben

Gute Vorbereitung bedeutet also nicht, ein paar Tage vor der Prüfung einen regelrechten Lernmarathon einzulegen. Viel effektiver ist es, wenn du kontinuierlich am Ball bleibst. Natürlich ist es kurz vor der Prüfung wichtig, etwas mehr Zeit als sonst zu investieren. Sobald du weißt, wann die nächste Klassenarbeit oder Prüfung in der Ausbildung ansteht, solltest du dir also einen genauen Zeitplan machen, um dich darauf vorzubereiten. Das gilt übrigens auch für die Führerscheinprüfung, das Vorstellungsgespräch oder das Vorspielen in der Musikschule.

Rechtzeitig professionelle Hilfe suchen

Mit dieser Art von Vorbereitung solltest du schnell merken, wie sich deine Prüfungsangst vermindert. Wenn du aber feststellst, dass deine Angst immer noch emotional und körperlich stark belastend ist, dann kannst du dir am besten professionelle Unterstützung suchen. Weiterhelfen kann hier ein Psychotherapeut oder eine Beratungsstelle. Tipps, an wen du dich konkret wenden kannst, bekommst du bei deiner IKK. Die Expertin Evi Küpper-Görkes rät, sich auch um die professionelle Unterstützung möglichst rechtzeitig zu kümmern und nicht erst kurz vor einer anstehenden Prüfung: „Die Behandlung von Prüfungsangst ist langfristig ausgelegt. Denn auch professionelle Helfer sind keine Zauberer.“