Traumjob Pferdewirt: "Es gibt auch unschöne Erfahrungen"

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Wie erzieht man eigentlich ein Pferd? Giamina und Sabrina kennen die Antwort. spleens hat mit den angehenden Pferdewirtinnen auch über Wendy-Hefte, männliche Kollegen und die traurigen Momente ihrer Ausbildung gesprochen.

Auf dem Rücken der Pferde haben Giamina und Sabrina ihr Glück gefunden. Die beiden absolvieren eine Ausbildung zur Pferdewirtin - und verbringen einen Großteil des Tages im Sattel. Ihr Ausbildungsschwerpunkt: die Klassische Reitausbildung.

ikkspleens.de hat die jungen Pferdewirtinnen in ihrem Ausbildungsbetrieb besucht. Im Interview erzählen sie, was ihnen an der Pferdewirt-Ausbildung besonders gut gefällt - und was Bewerber unbedingt mitbringen müssen.

Was macht eigentlich ein Pferdewirt?

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Ausbildung zur Pferdewirtin

Es geht vorbei an mehreren Koppeln, prachtvolle Hengste fressen sich am saftigen Grün satt, der Himmel strahlt blau, dann taucht neben dem Feldweg das Gestüt Eschenbruch auf. Wir sind hier in einer herrlich verwunschenen Ecke des Ruhrgebiets, in Mülheim an der Ruhr.

Giamina reitet gerade auf der Stute Lulu durchs Dressurviereck. "Sobald man in den Sattel steigt, ist man in einer anderen Welt", schwärmt sie. Die 20-Jährige entstammt einer echten Reiterfamilie. Schon die Großeltern besaßen ein Trabergestüt, der Vater war professioneller Trabrennfahrer. Als es vier Jahre alt war, hievte er sein Töchterchen zum ersten Mal auf einen Pferderücken, ein Jahr später gab es dann die ersten Reitstunden. "Ich bin da quasi reingeboren."

Füttern, reiten, aufpäppeln

Das war Giaminas Glück. Denn wer nicht über Vorkenntnisse verfügt, hat meist schlechte Chancen auf einen Azubiplatz. "Früher kamen die jungen Leute vom Bauernhof. Heute müssen die erst noch das Reiten lernen", sagt Ludo Konings, Giaminas Ausbilder. "Sie war die einzige von 30 Bewerbern, die wir gebrauchen konnten."

Nun verbringt die Duisburgerin einen Großteil des Tages hoch zu Ross. Sie hat sich für den Ausbildungsschwerpunkt Klassische Reitausbildung entschieden, daneben gibt es für Pferdewirte noch vier andere: Pferdehaltung und Service, Pferderennen, Pferdezucht, Spezialreitwesen. Die fast 100 Pferde des Gestüts müssen Tag für Tag gehegt, gepflegt und vor allem bewegt werden. Dabei ist jedes Pferd anders. "Das eine ist ein bisschen ruhiger, das andere aufbrausender", erzählt Giamina. Zum Job gehört es auch, Ställe auszumisten, die Futtermischung zuzubereiten, kranke Vierbeiner zu betreuen.

Giaminas Glück dieser Erde

Erkrankt ein Pferd, verschiebt sich der Feierabend auch mal weit nach hinten - oder das freie Wochenende muss dran glauben. Immerhin hat man es als Pferdewirt mit lebendigen Geschöpfen zu tun. Und ziemlich wertvollen obendrein: Für manche Stuten, Wallache und Hengste werden hohe fünfstellige Beträge bezahlt.

Mit ihrem Ausbildungsbetrieb ist Giamina glücklich. Und der mit ihr. Das sei nicht selbstverständlich, betonen sie und Ausbilder Ludo einstimmig. Für Azubis gelte es generell, den Betrieb mit Bedacht auszuwählen, sonst werde man womöglich als Stallknecht verheizt. Giamina dreht noch ein paar Runden im Springparcours. Dann verschwindet sie im Stall. "Pferde sind mein Leben", sagt sie zum Abschluss. Und daran wird sich auch nichts mehr ändern.