Das Auge und die Technik

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"Das Auge, welches man auch das Fenster zur Seele nennt", sagte bereits Leonardo da Vinci. Seit dem ist eine menge Zeit vergangen und es hat sich vieles verändert. Das Auge wird dabei ganz besonders beansprucht.

„Elektronische Geräte sind schlecht für die Gesundheit.“ Dieser Satz dürfte jedem von uns schon einmal zu Ohren gekommen sein. In den häufigsten Fällen sind oder waren es die Eltern, die einen vom Smartphone, Computer oder Fernseher fernhalten wollten. Und jedes Mal aufs Neue wurde dieser Aussage murrend zugestimmt und belächelt. Kurz darauf saß man wieder vor dem Handy, um sich per WhatsApp auszutauschen, ein Videospiel am Computer zu spielen oder das Fernsehprogramm durchzuschauen.

Im Durchschnitt verbringen die Deutschen täglich ca. 3,7 Stunden am Handy, ca. 3 Stunden vor dem PC und 3,5 Stunden vor dem Fernseher. Die Nutzung dieser elektronischen Geräte nimmt also einen großen Teil unserer Zeit ein. Daher sollten wir nun doch noch einmal der Frage nachgehen, welche Auswirkungen sie auf unsere Gesundheit haben.

Das Auge hat sich im Laufe der Evolution, mit der dazugehörigen Abwechslung und Dynamik, an die Anforderungen in freier Natur angepasst. In der heutigen digitalen Welt ist es allerdings dem Gegensatz der Evolution ausgesetzt. Die heute ständige Konzentration im Nahbereich auf kleine Details führen zur Überanstrengung der Augen. Dies gipfelt dann schlussendlich nicht selten in einer Kurzsichtigkeit. In diesem Fall passiert folgendes: Die Baulänge des Auges, also die Länge entlang der optischen Achse, wird größer. Das Auge dehnt sich im hinteren Bereich aus. Wenn eine enorme Dehnung vorliegt, leidet man an einer starken Kurzsichtigkeit, da das Nervengewebe gedehnt wird. Eine frühe Kurzsichtigkeit ist zudem auch ein Risikofaktor für schnelleres eintreten späterer Alterserkrankungen wie z.B. Grauer Star.

Entscheidend ist aber auch der Abstand zu den Gegenständen, denn egal ob Buch oder Smartphone, eine Sichtentfernung unter 30 cm kann schnell zur Kurzsichtigkeit führen. Doch da in der heutigen Zeit Bücher und Zeitungen, aufgrund des digitalen Wandels, an Bedeutung verlieren, ist das Smartphone der größte „Übeltäter“. Diese gesundheitliche Entwicklung ist natürlich nicht kontinental festgelegt, sondern betrifft Menschen weltweit.

Die Funktion der Netzhaut besteht in der Aufnahme von Lichtreizen, die von Lichtimpulsen in elektrische Impulse umgewandelt werden, und dann über den Sehnerven an das Sehzentrum im Gehirn weitergeleitet werden.

Trotzdem gibt es Maßnahmen, welche die Schäden auf das Auge kontrollierbar machen bzw. eindämmen. Es ist ratsam, die Zeit, in der man den PC, das Tablett oder Smartphone nutzt, auf 40 Minuten pro Tag zu reduzieren, um die Augen entsprechend zu schonen. Natürlich ist es die offensichtlichste und sinnvollste Lösung den Gebrauch des Gerätes einzuschränken. Es lässt sich aber nicht immer umsetzen und mit dem Beruf oder der Schule vereinbaren. Allerdings kann man auf der Arbeit, in der Schule oder auch privat darauf achten, dass man nicht eine ganze Zeit lang auf einen Bildschirm starrt. Zwischendurch kann man die Augen 5 bis 10 Sekunden schließt, um ihnen Zeit zum regenerieren zu geben. Auch hilft es die Augen hin und wieder schweifen zu lassen und auch mal in die Ferne zu gucken. Das entspannt die Augen ebenfalls.