Haustiere machen uns gesund

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Viele haben es bereits, besonders Kinder wünschen es sich oft sehr und für Andere ist es ein absolutes No-Go. Die Rede ist von einem Haustier. Die kleinen Vierbeiner sind nicht nur niedlich, sondern haben auch noch viele andere Vorteile.

Täglich auch bei Wind und Wetter rauszugehen, um seinem Hund den benötigten Auslauf zu ermöglichen, ist für den Einen ganz normal, für den Anderen erscheint dies als eine lästige Pflicht.

Gesundheitliche Vorteile

Was manchmal als lästig empfunden wird, ist laut Studien für uns Menschen ein wahrer Glücksfall. Nicht nur, dass das Immunsystem gestärkt wird, unsere Haustiere und insbesondere Hunde können tatsächlich helfen, Risikofaktoren wie bspw. Übergewicht, Blutdruck, Cholesterinwerte und Stressreaktionen zu verringern und so auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren.

Letzteres wurde durch ein internationales Medizinerteam der American Heart Association (AHA) um Glenn Levine vom Michael E. DeBakey VA Medical Center in Houston im medizinischen Fachjournal "Circulation" recherchiert und veröffentlicht. Das Team analysierte eine Reihe früherer Studien, in denen die Effekte auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit bei Besitzern von Haustieren untersucht wurden. Dabei werteten sie aus, welche Faktoren der Haustierhaltung den größten Einfluss auf die Gesundheit des Menschen haben.

Das Fazit der Forscher in ihrer wissenschaftlichen Stellungnahme: Insbesondere die erhöhte körperliche Aktivität durch die täglichen Spaziergänge ist für die Gesundheit relevant. Risikofaktor Nummer eins vieler Krankheiten ist nun mal der Bewegungsmangel.

Niedrigeres Allergierisiko

Hunde, so das Ergebnis der "Detroit Childhood Allergy Study", können das Allergierisiko von Kindern verringern. Eltern sollten sich deshalb nicht scheuen, Kindern schon im ersten Lebensjahr den Kontakt zu Tieren zu ermöglichen. Gerade das erste Lebensjahr ist für das Immunsystem sehr wichtig. Tauchen bei Kindern doch Allergien oder Asthma auf, dann höchstens genauso häufig wie in tierlosen Haushalten, schreiben die Ärztin und Biostatistikerin Ganesa Wegienka und ihre Kollegen vom Detroiter Henry Ford Hospital. Was genau eine Allergie ist, wie sie ausgelöst wird und wie sie behandelt werden kann, steht im Themenspecial "Allergien" der IKK - Die Innovationskasse.

Kinder, die im ersten Lebensjahr mit einer Katze zusammenlebten, bekamen später nur halb so oft eine Katzenhaarallergie wie ihre Altersgenossen ohne Katze. Bei Hunden profitierten überraschenderweise nur Jungen vom Kontakt zu dem Vierbeiner. Bei Mädchen machte es schlichtweg keinen Unterschied, ob ein Hund zur Familie gehörte oder nicht. Auch andere Studien zuvor waren bereits zu dem Ergebnis gekommen, dass Kinder, die mit Haustieren aufwachsen, über ein stabileres Immunsystem verfügen.

Haustiere helfen bei Stress

Haustiere spielen aber nicht nur bei der physischen Gesundheit eine Rolle - sie beeinflussen auch die psychische Gesundheit und machen die Menschen resistenter gegen Stress. Bereits die Anwesenheit und das Streicheln der Tiere tun uns Menschen gut. Das konnten bereits US-Forscher der State University of New York in Buffalo vor einigen Jahren in einer kontrollierten Studie nachweisen, bei der sie 48 alleinstehende Broker an der New Yorker Börse untersuchten. Das Ergebnis: Ein Haustier vermindert den Blutdruckanstieg in Stresssituationen. Menschen mit einem Haustier reagieren gelassener auf Stress und sind entspannter. Britische Stress-Experten rieten deshalb schon damals zum sogenannten Bürohund.

Trotz aller positiven Effekte: Haustiere sind Lebewesen, für die der Mensch die Verantwortung trägt und die man nicht nur als "Gesundmacher auf vier Beinen" ansehen sollte. Hunde, Katzen und Co. haben auch eigene Bedürfnisse und brauchen viel Zuwendung und Förderung. Es ist also - wie so oft im Leben - ein Geben und Nehmen.