Trendsport am Bildschirm

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E-Sport wird immer beliebter: Die IKK - Die Innovationskasse unterstützt die Entwicklung. Ist das denn wirklich Sport? Wenn es um E-Sport geht, ist es anders als bei anderen Sportarten: Jedes Gespräch darüber ist eigentlich eine Diskussion. Wer E-Sport macht, muss sich erklären oder sogar rechtfertigen.

Dabei ist es heute nun wirklich ganz normal zu zocken. Counter Strike oder FIFA haben auch längst erwachsen Gewordene schon vor Jahren gespielt. Und außerdem: Viele Sportarten hatten einen harten Einstieg, um als solche anerkannt zu werden. Schach zum Beispiel. Selbst das Argument, dass man beim E-Sport meistens sitzt, klingt ziemlich daneben, wenn man zum Beispiel an die Formel 1 denkt.

Mehr als 34 Millionen E-Sportler

Über 34 Millionen Videospieler gibt es mittlerweile in Deutschland. Sie wählen sich oft virtuell, aber immer öfter auch aus ihrem Clubheim, in die Arenen ein, um Fußball zu spielen, Monster zu bekämpfen oder sich gegenseitig mit virtuellen Waffen zu beschießen. Die Pandemie hat den Trend noch einmal verschärft. Denn während Sportarten wie Fußball über Monate pausieren mussten, hat sich am Alltag der E-Sportler nur wenig geändert. Und auch nicht an dem der Zuschauer. In Zeiten, in denen Schulen, Clubs und Kinos geschlossen und viele Freizeitaktivitäten nur unter Auflagen stattfinden können, nutzten viele Jugendliche YouTube, Facebook oder Twitch, um den Profis beim Spielen zuzusehen.
Viele Fußballclubs haben mittlerweile ihre eigenen E-Sport-Teams aufgestellt, der Ligabetrieb wächst rasant. Einige Vereine haben sogar ihre eigene Abteilung, um die Spieler fit zu machen. Darunter auch die Kieler Sportvereinigung Holstein von 1900 e. V. (KSV), der die IKK Innovationskasse als Gesundheitspartner zur Seite steht.
Marvin Schmidt-Tychsen, alias KarpfenLive, ist dort an der Xbox einer der vier Spieler für die Fußballsimulation FIFA. Bis er da war, wo er jetzt ist, musste er aber auch erst mal ganz schön einstecken. "Um in dieser Position spielen zu können, war es ein sehr langer und schwieriger Weg. Mit 18 habe ich mein erstes wirklich bedeutendes Turnier gewonnen und bin darüber auch an die Kontakte zur KSV gelangt. Das war schon eine große Ehre für mich", erzählt der 21-jährige Kieler.

In die Kategorie Sport einzuordnen

Das Expertenteam der Innovationskasse, betont, dass E-Sport als Sport zu sehen ist. "Im E-Sport braucht man eine sehr gute Hand-Augen-Koordination, eine sehr gute Konzentration und Reaktionsfähigkeit. Ich sehe das komplett als Sport an. Die echten Profis machen das übrigens auch nicht so nebenher, sie trainieren teilweise zwischen 8 und 16 Stunden am Tag." Und sie brauchen ihren Ausgleich. "Gerade weil sie sehr viel in ihren Gamerstühlen sitzen, brauchen sie nebenher Fitness, Entspannung und eine ausgewogene Ernährung. Das sind die Bereiche, wo wir als Krankenkasse und Gesundheitspartner ins Spiel kommen."

Motorik, Taktik, Wettkampf

Bei den Megastars der Gaming-Szene schnellen durch reine Fingerfertigkeit etwa 300 bis 400 Aktionen pro Minute über die Bildschirme. In Turnieren oder Weltmeisterschaften vieler E-Sports-Disziplinen sind, wie bei anderen Sportarten auch, motorische, taktische und soziale Fähigkeiten entscheidend. "Eine Gemeinsamkeit mit dem klassischen Sport sind auch der Wettkampfgedanke und der Ehrgeiz, zu gewinnen", sagt Marvin Schmidt-Tychsen.
Dennoch tun sich die Verantwortlichen schwer, E-Sport anzuerkennen. Die Politik hat zwar eine Gleichstellung des E-Sports mit traditionellem Sport versprochen. "Wir erkennen die wachsende Bedeutung der E-Sport-Landschaft in Deutschland an. Da E-Sport wichtige Fähigkeiten schult, die nicht nur in der digitalen Welt von Bedeutung sind, Training und Sportstrukturen erfordert, werden wir E-Sport künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen", steht im 2019 veröffentlichten Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD.

Asien ist weit voraus

Die Weichen für den E-Sport in Deutschland schienen damit gestellt. Doch auf eine kleine Anfrage der FDP im Bundestag folgte dann die Ernüchterung. "Es gibt kein Anerkennungsverfahren für Sportarten durch die Bundesregierung", hieß es im Antwortschreiben der Bundesregierung. Jegliche Verantwortung wird nun auf die Sportverbände in Deutschland abgewälzt. "Natürlich ist E-Sport Neuland für viele Außenstehende, aber er ist die Zukunft. In anderen Ländern füllt er seit Jahren große Arenen und auch bei uns wird er eine immer größere Rolle spielen", so das Expertenteam der IKK.
Asien ist dem Rest der Welt immer ein Stückchen voraus, wenn es um das Thema E-Sport geht. Das Asiatische Olympische Komitee hat nun den nächsten Schritt gewagt und E-Sport ins Programm für die Asienspiele aufgenommen. 2022 wird es zum ersten Mal um olympische Medaillen gehen, wenn sich die E-Sportler auf dem virtuellen Spielfeld begegnen.