Abmahnungen in der Ausbildung – wie viele sind möglich und warum?

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Aus Versehen eine wichtige E-Mail gelöscht, einen Termin verpasst oder zu spät zur Arbeit gekommen – sind das schon Gründe für eine Abmahnung? In der spleens academy erfährst du, wann sie dir droht und was du in dem Fall tun kannst.

Du machst eine Lehre? Dann ist dir sicherlich auch schon mal der ein oder andere Fehler passiert. Einen Termin verschusselt oder eine falsche Information weitergegeben. In den meisten Fällen hat das keine schlimmen Konsequenzen. Schließlich steckst du in der Ausbildung und das bedeutet, dass du nicht nur in der Berufsschule, sondern auch aus Fehlern im Betrieb lernst.

Zufriedenheits-Barometer

Anders ist es aber, wenn du eine Abmahnung bekommst. Damit zeigt dir dein Chef oder Ausbilder: Ich bin mit deiner Leistung oder deinem Verhalten nicht zufrieden. Deshalb muss diese auch wirklich ernst genommen werden. Denn nach zwei Abmahnungen für das gleiche Fehlverhalten kann dein Chef dich sogar kündigen.

Guter Grund

Doch was sind eigentlich Gründe für Abmahnungen? Sie können sehr unterschiedlich sein. Klar kann man mal zu spät zur Arbeit kommen, weil der Zug ausgefallen ist. Doch passiert das öfter, ist das bereits ein Grund für eine Abmahnung. Das gilt auch, wenn du dich zu spät oder gar nicht krank meldest oder dir ohne das Okay vom Chef frei nimmst.

Außerordentliche Kündigung

Etwas anderes ist die außerordentliche Kündigung. Diese darf bei besonders schweren Fällen auch ohne vorherige Abmahnungen ausgesprochen werden. Das gilt bei Straftaten, wie Diebstahl, Unterschlagung oder Betrug. Sie kann zum Beispiel auch bei fremdenfeindlicher Hetze angewandt werden.

Ruhe bewahren

Wenn du tatsächlich eine Abmahnung bekommen hast, ist es besser einmal darüber zu schlafen, bevor du Alarm schlägst. Vielleicht ist an dem Vorwurf tatsächlich etwas dran? Dann könntest du an deinem Verhalten schrauben, um beispielsweise die Verspätungen zu vermeiden. Wenn der Zug häufiger mal ausfällt, ist das zwar nicht deine Schuld. Trotzdem bist du zu spät im Betrieb. Eine Lösung kann sein, einfach einen Zug früher zu nehmen und dann noch in Ruhe einen Kaffee zu trinken bis alle eintrudeln. Suche ruhig das Gespräch mit deinem Ausbilder oder Chef, um zu erklären, wie du das Fehlverhalten in Zukunft vermeiden willst.

Kritik als Chance nutzen

Denn eine Abmahnung kann auch eine Chance sein. Du bekommst die Möglichkeit, dein Verhalten zu verändern und dich zu verbessern. Das ist der Grund, warum eine Kündigung erst nach zwei Abmahnungen ausgesprochen werden kann und zwar für das gleiche Fehlverhalten. Deshalb muss darin auch genau beschrieben sein, was man dir vorwirft, ansonsten ist sie rechtlich nicht gültig.

Alles nur ein Missverständnis?

Hast du wirklich das Gefühl, dass die Vorwürfe ungerechtfertigt sind oder auf einem Missverständnis beruhen, sprich mit deinem Ausbilder. Eventuell nimmt er die Abmahnung dann zurück. Rechtlich ist es möglich, eine Gegendarstellung zu schreiben, die dann in deine Personalakte aufgenommen wird oder sogar zu klagen. Jedoch sollte das wirklich gut überlegt sein und nicht aus verletztem Stolz geschehen. Denn dann könnte sich die weitere Arbeit als schwierig erweisen.

Deshalb: Einmal tief durchatmen und genau überlegen, ob an der Abmahnung nicht vielleicht doch etwas dran ist und wie du dein Verhalten in Zukunft ändern kannst.