Ausbildungsabbruch - wie geht es weiter?

Das hattest du dir alles anders vorgestellt. Doch der Arbeitsalltag in deinem Ausbildungsbetrieb gefällt dir gar nicht. Auch mit dem Chef gibt es immer wieder Ärger. Du denkst schon länger an Kündigung – aber was kommt danach?

Gründe für einen Abbruch der Ausbildung gibt es einige - in den vergangenen Jahren wurden rund 20 Prozent der Verträge vorzeitig beendet - zumeist auf Wunsch der Auszubildenden. Voraus geht häufig die Erkenntnis, dass der Traumjob sich im Alltag doch als die falsche Entscheidung entpuppt. Auch ein schlechtes Betriebsklima oder private Ereignisse wie Schwangerschaft oder Krankheit können zu einer Beendigung der Ausbildung führen.

Ist eine Kündigung nicht zu vermeiden, solltest du genaue Pläne für die Zukunft haben. Vielleicht möchtest du lieber studieren, einen neuen Ausbildungsberuf erlernen oder den Betrieb wechseln?

Praktikum öffnet Augen

Bevor du dich wieder in ein "unbekanntes" Abenteuer stürzt, entscheide dich für ein Praktikum. So lernst du den Betrieb und auch den alltäglichen Arbeitsablauf kennen. Böse Überraschungen lassen sich dadurch verhindern.

Experten helfen weiter

Vor einer Kündigung helfen Ansprechpartner bei der zuständigen Handwerks- bzw. Industrie-und-Handelskammer (IHK) oder bei der Agentur für Arbeit weiter. Hier erfährst du, welche Stellen noch offen sind und erhältst Informationen über spezielle Programme, die Ausbildungsplätze auch zwischen den offiziellen Jahrgängen vermitteln. Aber auch Weiterbildungsmöglichkeiten, Studienpläne oder den Besuch einer Fachschule kannst du mit den Experten besprechen und dir wertvolle Tipps holen. In Sachen Finanzen wissen die Ansprechpartner der Beratungsstellen ebenfalls Bescheid. Denn Anspruch auf Arbeitslosengeld hast du nur, wenn du ein Jahr in einer beitragspflichtigen Ausbildung gearbeitet hast. Bei einer Kündigung kannst du für bis zu drei Monate gesperrt werden.

Neustart nur wohl überlegt

Wichtig ist in jedem Fall, dass du schnell weißt, in welche Richtung es gehen soll. Ein Abbruch allein trägt nicht zwangsläufig dazu bei, dass du bei künftigen Arbeitgebern ein schlechtes Bild abgibst. Ist aber auch der zweite Anlauf nicht mit Bedacht gewählt und führt nicht zum Erfolg, kann schnell der Eindruck entstehen, dass du nichts zu Ende bringen kannst.

Eine richtige Beratung erleichtert dir den Wiedereinstieg und führt so zum angestrebten Abschluss. Und wenn du dich als Azubi rundum wohlfühlst, wird sich das sicher auch in deinen Noten zeigen. Das lässt die geschmissene Ausbildung dann viel leichter vergessen.

Kündigungsfristen einhalten

In der Probezeit ist eine Kündigung in der Regel mit einer zweiwöchigen Frist ohne Probleme möglich. Zu einem späteren Zeitpunkt musst du als Azubi dann triftige Gründe für deine Kündigung nennen. Dies kann eine berufliche Umorientierung sein, ein Wechsel in einen anderen Betrieb der gleichen Branche ist dagegen nicht immer einfach zu begründen. Lass dich auch hier von Fachleuten bei der IHK, deiner zuständigen Kammer oder der Agentur für Arbeit vor einem solchen Schritt beraten.