Ausbildungsfremde Tätigkeiten: Welche Jobs du in deiner Lehre nicht erledigen musst

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Du bist voll motiviert und möchtest während deiner Ausbildung eine Menge neuer Sachen lernen. Doch dann sollst du ständig nur Kaffee kochen, Müll wegbringen oder sogar das Büro putzen. Welche Aufgaben darf dein Chef von dir verlangen und bei welchen ausbildungsfremden Tätigkeiten kannst du dich beschweren? myspleens academy verrät es dir.

Während deiner Ausbildung sollst du nicht nur auf die Abschlussprüfung, sondern auch auf deinen späteren Beruf vorbereitet werden. Deshalb gibt es für jeden Ausbildungsberuf klar formulierte Ausbildungsziele. Um diese zu erreichen, sieht der sogenannte Ausbildungsrahmenplan bestimmte Tätigkeiten vor, die du während deiner Lehrzeit ausführst und erlernst. Der Plan wird dir zu Beginn deiner Ausbildung überreicht. Du findest die Ausbildungsrahmenpläne für alle staatlichen Abschlüsse aber auch auf www.bibb.de – Rubrik „Berufe“. 

Gesetzlich geregelt

Du siehst, es ist gesetzlich klar geregelt, welche Aufgaben und Themen dir während deiner Ausbildung begegnen werden. Im Berufsbildungsgesetz steht sogar eindeutig, dass dir nur Aufgaben übertragen werden dürfen, die dem Ausbildungszweck dienen und deinen körperlichen Kräften angemessen sind.

Dauerhafte Hilfsarbeiten sind nicht erlaubt

Natürlich sollst du in der Lehre alles für deinen späteren Beruf lernen. Das bedeutet aber nicht, dass du nicht auch mal dran bist mit Kaffee kochen, Brötchen holen oder Akten vernichten. Auch für die Sauberkeit an deinem Arbeitsplatz bist du verantwortlich. In vielen Unternehmen, besonders in kleineren Betrieben, müssen Azubis bei solchen Hilfsarbeiten schon mal öfter ran. Entscheidend ist, dass du nicht dauerhaft für Aufgaben eingeteilt wirst, die nichts mit deiner Ausbildung zu tun haben, zum Beispiel für Urlaubsvertretungen oder private Erledigungen. Dann kannst und solltest du etwas dagegen unternehmen. Ab und an mal den Kollegen oder dem Chef einen Gefallen tun, ist aber völlig in Ordnung.

Beschwerde bei ausbildungsfremden Aufgaben

Verbringst du täglich zu viel Zeit mit dem Fegen der Halle oder Erledigungen für die anderen Kollegen und deinen Chef? Dann geh am besten so vor:

·      Suche das Gespräch mit deinem Ausbilder. Tipp: Lass nicht gleich deine ganze Wut raus. Sondern erkläre ruhig und sachlich, dass du durch die vielen Hilfsarbeiten deine Ausbildungsziele nicht erreichen kannst. Und dass dein Ausbildungsrahmenplan nicht eingehalten wird.

·      Gibt es in deinem Betrieb eine Jugend- und Auszubildendenvertretung? Dann kannst du dich auch an diese Stelle wenden und klären, ob dein Eindruck richtig ist und du deine Ausbildung vernachlässigst.

·      Nutzen diese Maßnahmen nichts, bleibt dir noch die Beschwerde vor der zuständigen Kammer. Das wäre für den Betrieb sehr unangenehm und kann im schlimmsten Fall sogar mit dem Entzug der Ausbildungsberechtigung enden. Das kommt allerdings selten vor. Trotzdem sollte der Gang zur Kammer die letzte Notlösung für dich sein.

Ansonsten denke immer daran: Solange du gut mit deinem Lehrplan vorankommst und dir im Unternehmen viel beigebracht wird, kannst du hin und wieder auch mal freiwillig das Frühstück holen oder die Post verteilen.