Mobbing am Arbeitsplatz – was tun?

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Wer am Arbeitsplatz von seinen Kollegen schikaniert und heruntergeputzt wird, sollte sich wehren. Was sich genau hinter dem Begriff Mobbing verbirgt und was du dagegen tun kannst, spleens academy sagt es dir.

Reibereien, Streit oder Lästereien? Am Arbeitsplatz kann das schon mal vorkommen, schließlich treffen hier viele verschiedene Charaktere aufeinander. Schwierig kann es auch sein, wenn du als „Neuer“ zu einer eingeschworenen Gemeinschaft dazu stößt. Dann dauert es schon mal länger, bis die Kollegen dir gegenüber offener werden. Doch all das ist noch kein Mobbing.

Was bedeutet Mobbing

Der Begriff Mobbing leitet sich von dem englischen Wort „mob“ ab und lässt sich übersetzen mit: Pöbel, Gesindel, Pack. In der Regel spricht man von Mobbing, wenn eine Person durch unangebrachtes Verhalten unter Druck gesetzt und ausgegrenzt wird. Und das gezielt und über Wochen oder Monate hinweg. Es handelt sich also nicht um kleinere Streitereien, weil man unter Kollegen auch einmal unterschiedlicher Meinung ist, sondern um regelmäßige Schikane. 

Vertrauensperson ansprechen

Im ersten Schritt ist es am besten, mit Eltern, Verwandten oder Bekannten zu sprechen. Also zum einen mit jemandem, der nicht selbst in der Situation steckt. Und der zum anderen selbst genug Berufserfahrung hat, um die Situation richtig einzuschätzen. Zum Beispiel wird in der Gastronomie-Branche unter Kollegen nicht lange gefackelt: Wenn es stressig wird, fallen die Anweisungen knapp und nicht immer freundlich aus, man tritt sich schon mal auf die Füße. Sobald aber der Trubel vorbei ist, wird unter den Kollegen wieder gelacht und alles ist vergessen. Mit Mobbing hat das nichts zu tun, auch wenn man sich vielleicht wegen des einen oder anderen Kommentars angegriffen fühlt.

Mobbing-Tagebuch

Ist auch deine Vertrauensperson der Meinung, dass es sich bei den Angriffen tatsächlich um Mobbing handelt, gibt es mehrere Möglichkeiten, etwas zu unternehmen. Zunächst kannst du eine Art Mobbing-Tagebuch führen, in dem du die Angriffe oder Kommentare des oder der Kollegen gegen dich notierst. Das kann später helfen, das Mobbing zu belegen oder eine Verschärfung festzustellen.

Gespräch suchen

Eventuell kann es sinnvoll sein, den Mobber auf das Problem anzusprechen. Oft sind die Fronten aber schon so verhärtet, dass das viel Überwindung erfordert oder von vornherein aussichtslos erscheint. In dem Fall ist es besser, deinen Chef oder Vorgesetzten um Hilfe zu bitten. Er hat für seine Mitarbeiter eine Fürsorgepflicht und sollte dafür sorgen, dass keiner seiner Mitarbeiter unter Mobbing leiden muss. Bereits hier kann man sich auf sein Mobbing-Tagebuch berufen. Ganz wichtig dabei: Werde nicht persönlich – auch wenn du dich persönlich angegriffen fühlst. Trage möglichst klar und sachlich vor, wie das Mobbing des Kollegen aussieht und wie es sich auf dich und deine Arbeit auswirkt.

Betriebsrat

Läuft alles gut, gibt der Mobber nach einem Gespräch mit dem Chef Ruhe. Manchmal entschärft auch eine räumliche Trennung, wie der Umzug in ein anderes Büro, die Situation. Sollte das nicht der Fall sein, ist der Betriebsrat eine weitere mögliche Anlaufstelle – falls es in deinem Unternehmen einen gibt: Er muss dafür sorgen, dass das Mobbing aufhört. Im schlimmsten Fall kann er darauf bestehen, dass der mobbende Mitarbeiter versetzt oder gekündigt wird.

Und wenn nichts hilft?

Ignoriert der Chef das Mobbing weiterhin, bleiben noch rechtliche Schritte, wie zum Beispiel, den Arbeitgeber schriftlich abzumahnen. Dieser Schritt sollte jedoch gut überlegt und mit einem Rechtsanwalt abgesprochen sein.

Wird es gar nicht besser, kann es sinnvoll sein, den Arbeitsplatz zu wechseln. Im Bewerbungsgespräch solltest du aber nicht die wahren Beweggründe für deinen Wechsel preisgeben. Und das Wichtigste: Eine solche Erfahrung kostet Nerven und hinterlässt häufig ein angekratztes Selbstwertgefühl. Dabei sollte man sich in Erinnerung rufen, dass man meist durch Zufall und das unsoziale Verhalten des Mobbers in diese Lage gerät. Was hilft: Positiv nach vorne schauen und nicht zu kritisch mit sich selbst sein!