Da hast du Recht!

Fleißig, pünktlich, hilfsbereit – so soll der ideale Azubi in den Augen des Chefs sein. Aber wusstest du, dass du als Azubi auch selbst Ansprüche an deinen Arbeitgeber stellen darfst? Wir verraten dir, welche Rechte dir zustehen.

Klar muss jeder Azubi einige Pflichten erfüllen, an denen es nichts zu rütteln gibt. Dazu zählt laut Berufsbildungsgesetz zum Beispiel die Lernpflicht: Azubis müssen sich also stets um das Erlernen des gewählten Berufes bemühen und ihre Aufgaben sorgfältig erledigen. Sie müssen auch die Betriebsordnung einhalten – zum Beispiel Schutzkleidung tragen oder das Rauchverbot beachten. Und wenn du einmal krank bist, musst du schnellstmöglich eine ärztliche Bescheinigung beim Arbeitgeber oder bei der Berufsschule einreichen.

Darauf hast du ein Recht

Als Azubi musst du aber nicht bloß Folge leisten, sondern du darfst auch eine ganze Menge:

Faires Gehalt

Auszubildende haben das Recht auf eine angemessene monatliche Vergütung – auch während der Berufsschulzeit. Die Höhe richtet sich meist nach Branchentarifen. Auf der Website des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) kannst du dich darüber informieren: www.bibb.de

Das Ausbildungsziel im Blick

Aufgaben, die mit deinem Ausbildungsgebiet nichts zu tun haben, musst du auch nicht ausführen. Machst du zum Beispiel eine Lehre als Koch, ist es durchaus in Ordnung, mal im Service auszuhelfen. Das sollte aber nicht zur Regel werden.

Anspruch auf ein Zeugnis

Nach der Ausbildung hast du das Recht auf ein einfaches Zeugnis. Wenn du deinen Arbeitgeber darum bittest, muss er dir auch ein sogenanntes qualifiziertes Zeugnis ausstellen. Darin werden deine Leistungen und dein Verhalten im Betrieb detailliert beschrieben. Vor allem für spätere Bewerbungen ist das sehr hilfreich!

Kostenlose Ausbildungsmittel

Werkzeuge oder Arbeitskleidung, die du während deiner Ausbildung benötigst, musst du nicht selbst bezahlen. Die Kosten hierfür hat dein Arbeitgeber zu übernehmen.

Besondere Kündigungsmöglichkeit

Deine Lehre ist nicht das Richtige für dich? Bevor du sie abbrichst, solltest du zunächst gut überlegen und das Gespräch mit deinem Chef suchen. Wenn du dir sicher bist, dass ein Abbruch die einzige Lösung ist, hast du ein besonderes Kündigungsrecht: Du kannst als Azubi jederzeit innerhalb von vier Wochen kündigen. Auslandseinsatz Seit einigen Jahren ist es möglich, dass du einen Teil der Ausbildung im Ausland absolvieren kannst – zum Beispiel bei einer Tochterfirma. Wenn du Interesse daran hast, solltest du mit deinem Chef möglichst früh darüber sprechen. Wenn er dir grünes Licht gibt, kannst du mit den Planungen beginnen.

Jugend- und Auszubildendenvertretung

Ab einer bestimmten Anzahl von Mitarbeitern muss jeder Betrieb erlauben, dass die Mitarbeiter einen Betriebsrat gründen. Darin setzen sich die Mitarbeiter für ihre eigenen Interessen im Betrieb ein – zum Beispiel für faire Löhne oder geregelte Arbeitszeiten. Auch Azubis dürfen das: Wenn im Betrieb mindestens fünf Azubis unter 26 Jahren beschäftigt sind, können diese eine Auszubildendenvertretung gründen. Der Betriebsrat muss die Azubivertretung dann zu Besprechungen einladen – eine super Chance, um ein Stück weit mitzubestimmen!