Stress in der Ausbildung

Lehrjahre sind keine Herrenjahre: Nicht immer läuft alles so, wie man es sich vorstellt. Jedoch ist eine Kündigung meistens der falsche Weg. Erfahrt hier, wie man seine Lehre stressfrei zu Ende bringt, auch wenn es mal Probleme gibt.

Frederic ist Schreinerlehrling und mit seiner Lehre völlig unzufrieden. Der Grund: Statt an der Werkbank zu stehen und seinen Beruf zu erlernen, darf er lediglich aufräumen und putzen. Mit seiner Ausbildungssituation ist Frederic nicht allein.

Neustart

In Deutschland geht es zahlreichen Jugendlichen ähnlich. Laut der Bundesagentur für Arbeit bricht jeder vierte Jugendliche seine Lehre ab. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Viele haben Stress mit dem Vorgesetzten oder den Kollegen. Andere haben einfach falsche Erwartungen an den Beruf gehabt oder leiden unter stetigem Misserfolg. Die Kündigung des Arbeitsplatzes ist schnell unterzeichnet - meist viel zu voreilig.

Und weiter?

Zuerst sieht die Welt natürlich rosig aus: Mit der Kündigung scheinen sich Frust und Ärger im Handumdrehen in Luft aufgelöst zu haben. Ein Trugschluss! Denn neue Probleme warten bereits auf ihre Lösung: Schnellstens muss man nämlich eine neue Lehrstelle finden. Mitten im Ausbildungsjahr ist das meist eine hoffnungslose Herausforderung. Denn die wenigsten Unternehmen stellen zu dieser Zeit Azubis ein. Des Weiteren sind die meisten Ausbildungsplätze bereits vergeben. Wer in seinem Berufsleben den Reset-Knopf drückt, kommt meist nie umhin, noch einmal komplett bei Null anzufangen.

Alternativen finden

Die Zeit zwischen vergangener und zukünftiger Ausbildung überbrücken viele mit einem Praktikum. Der Vorteil: Man kann hier in verschiedene Berufe hineinschnuppern und sich informieren. Und mit jeder Menge Glück findet man vielleicht während eines Praktikums schon seinen zukünftigen Ausbildungsplatz. Unter www.praktikums-boerse.de werden zahlreiche Praktikumsplätze im Netz angeboten. Wer an sozialen Berufen interessiert ist, kann die Zeit auch mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr überbrücken und auf diesem Weg Erfahrungen für das Berufsleben sammeln.

Die beste Alternative: Bleiben

Im Lebenslauf macht sich eine abgebrochene Ausbildung niemals gut. Bei zukünftigen Bewerbungsgesprächen wird man immer wieder den Grund des Abbruches rechtfertigen müssen. Dass man Stress und Ärger aber auch ohne Kündigung aus dem Weg schaffen kann, ist vielen gestressten Azubis nicht bewusst.

Das Gespräch mit dem Chef

Bei Ärger und Frust hilft meist ein offenes Gespräch mit seinem Chef oder dem Ausbilder. Besonders wichtig ist, dass man hierbei Ruhe bewahrt und sein Anliegen, beziehungsweise seine Beschwerde, sachlich und neutral vorbringt. Laute Worte oder Tränen helfen nicht weiter. In der Buchhandlung findet man zahlreiche Ratgeber, wie man ungeliebte Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Gespräche meistern kann.

Hilfe von Außen

Berufsschulen, Industrie und Handelskammer und auch die Bundesagentur für Arbeit helfen gestressten Azubis gerne bei der Lösung ihrer Probleme. Denn eine Kündigung muss nicht sein. Sie ist meist nur der allerletzte Ausweg. Wer seine Ausbildung so schnell wie möglich hinter sich bringen möchte, kann sie beispielsweise auf zwei Jahre verkürzen oder mit Hilfe der Bundesagentur eine andere Stelle in der gleichen Branche finden. Das ist aber nur möglich, solange man sich durch eine Kündigung nicht selbst gefeuert hat.

Hier gibt´s weitere Infos im Web:

www.pro-fsj.de

www.ihk.de

www.arbeitsagentur.de