Total IN: Höflichkeit und Manieren

Messer rechts und Gabel links! Richtiges Benehmen ist nicht nur angesagt - es kann einem in wichtigen Situationen weiterhelfen.

Zu Besuch bei den Eltern der Freundin

Tim ist nervös. Zum ersten Mal ist er bei den Eltern seiner Freundin Sarah eingeladen. Vorab warnt sie ihn: "Sei bloß höflich - und benimm dich bitte: Meine Mutter kocht extra ein Vier-Gänge-Menü." Natürlich will sich Tim von seiner besten Seite zeigen. Aber wie? "Ich verstehe unter Manieren am Esstisch, dass man die Pappschachteln, in denen das Essen geliefert wird, ordnungsgemäß entsorgt", scherzt der 17-Jährige. Wie er Sarahs Eltern, die eine Menge Wert auf Stil und Etikette legen, wirklich gerecht werden soll, weiß er aber nicht.

Experten fragen

"Mir ist klar, dass gutes Benehmen heutzutage ein Muss ist", sagt Tim. Die Basics, wie alten Damen den Platz im Bus anzubieten oder auch Türen im Supermarkt aufzuhalten, sind ihm bekannt. "Aber woher soll ich all die klassischen Benimm-Regeln kennen? So etwas bekommt man ja nicht in der Schule beigebracht", grübelt er. Sein Freund Jonas hat einen so genannten Benimm-Kurs mitgemacht und kann ihm helfen. Benimm-Kurse kosten zwischen 50 und 100 Euro und dauern meist einen Tag. Angeboten werden sie von großen Hotels, von Persönlichkeitscoaches und sogar von Tanzschulen. Zu den Lektionen gehören zum Beispiel Kleidungs- und Schminktipps, Tischmanieren und Bewerbungstrainings. Auch Bücher, wie "Der neue große Knigge", geben Auskunft über die wichtigsten Benimm-Regeln.

Die Grundregeln

Jonas erklärt Tim zuerst die Grundregeln für sein Date mit Sarahs Eltern. "Das Wichtigste ist die Pünktlichkeit", weiß Jonas. "Unpünktlichkeit ist gerade bei Einladungen besonders unhöflich, also ein Fettnäpfchen, in das du auf keinen Fall treten solltest. Aber auch die Begrüßung ist von großer Bedeutung", fährt Jonas fort. "Privat begrüßt selbstverständlich der Gastgeber den Gast zuerst. Der Gast, also du, musst dann lediglich freundlich zurückgrüßen. Vergiss aber nicht, dabei den Eltern die Hand zur Begrüßung zu reichen." Für den Anfang eine leichte Übung. Danach bringt Jonas ihm bei, wie man sich anständig bei Tisch verhält. "Bei mehreren Gängen beispielsweise liegen neben dem Teller mehrere Bestecke. Diese nutzt man von außen nach innen. Beim Essen ist es außerdem wichtig, dass die Ellenbogen eng am Körper anliegen und nicht auf Stuhllehnen oder Tischen abgestützt werden. So vermeidet man nämlich, dass man beim Schneiden des Fleisches zum Beispiel seinen Tischnachbarn anschubst." "Benehmen zu lernen ist ja einfacher als Vokabeln lernen", freut sich Tim und fühlt sich deutlich sicherer.

Mit Höflichkeit ans Ziel

Immer mehr Jugendliche legen immer größeren Wert auf richtiges Benehmen. "Ich finde es total wichtig, sich anständig zu benehmen", meint Jonas. "So kommt man in der Gesellschaft besser klar, eckt nicht so oft an und erntet außerdem noch Sympathiepunkte." Auch bei großen Stars scheint schlechtes Benehmen aus der Mode gekommen zu sein. Während sich Promis wie Liam Gallagher (Oasis) oder Dieter Bohlen noch vor einiger Zeit durch permanente Rüpelhaftigkeit einen Namen machen konnten, sind heute auch auf dem roten Teppich wieder Manieren angesagt: Schauspieler Orlando Bloom (Herr der Ringe) zählt zu den höflichsten Stars. Bei Interviews ist er meist freundlich und sehr zuvorkommend. Die Folgen sind offensichtlich: Nicht nur bei den Fans kommt Orlando extrem gut an, auch die Presse ist ihm wohlgesonnen und berichtet dementsprechend gut über ihn. Höflichkeit zahlt sich letzten Endes immer aus.

Hier gibt´s weitere Infos im Web:

www.gute-manieren.de

www.freiherr-von-knigge.de