Voll normal: Heilerziehungspflege

manonallard, Heilerziehungspflegerin arbeitet mit Kind mit Down-Syndrom

Alltag für alle: Jeder Zehnte Mensch in Deutschland hat eine Behinderung. In der Schule, im Sport oder im Freundeskreis bekommt man allerdings wenig davon mit. In der äußerst abwechslungsreichen Heilerziehungspflege ist die Arbeit mit behinderten Menschen dein Alltag.

Was macht eine Heilerziehungspflegerin/ein Heilerziehungspfleger?

Bei Tätigkeiten, die für dich alltäglich sind, brauchen andere Menschen Unterstützung. Konkret: Menschen mit geistiger, körperlicher oder seelischer Behinderung; in jedem Alter. Deine Aufgabe ist es, die Art und den Grad der jeweiligen Behinderung zu berücksichtigen und ihnen dementsprechend zu einem möglichst selbständigen Alltag zu verhelfen. Du unterstützt die Jungs, Mädchen, Männer und Frauen bei Freizeitbeschäftigungen wie Schwimmen oder Musizieren und hilfst ihnen bei ihrer schulischen oder beruflichen Eingliederung zur Seite. Je nachdem, für wen du zuständig bist, gehören auch Körperpflege oder die Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme dazu. Zu deinem Job gehören außerdem organisatorische Aufgaben – das Freizeitprogramm planen zum Beispiel oder Förderpläne erstellen.

In welchen Bereichen arbeitet man?

Ganz klar: Ein Schreibtischjob ist der des Heilerziehungspflegers oder der Heilerziehungspflegerin definitiv nicht. Du bist im Freien unterwegs, in Aufenthalts-, Wohn- und Schlafräumen, in Turnhallen oder Werkstätten – und ab und zu auch im Büro oder im Besprechungsraum. Arbeit findest du in Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Tagesstätten, in Wohn- und Pflegeeinrichtungen, in Schulen oder in Kindertageseinrichtungen. Um ein Berufspraktikum zu machen, empfehlen sich besonders jene in kommunalen Einrichtungen oder Institutionen mit tariflicher Vereinbarung, da du hier in der Regel ein monatliches Praktikumsgehalt gezahlt bekommst.

Welche Voraussetzungen sollte man erfüllen?

Du solltest vor allem gute Menschenkenntnis und eine starke Beobachtungsgabe mitbringen – um festzustellen, wenn sich das Verhalten einer der zu betreuenden Personen verändert. Außerdem solltest du mit Konflikten umgehen, da du auch mit aggressiven oder depressiven Menschen zu tun hast. Das ist nicht immer einfach. Daher brauchst du auch ein dickes Fell, oder genauer: psychische Stabilität. Und, du ahnst es bereits: Wer täglich mit Menschen zusammenarbeitet, muss emphatisch sein. Und für Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung sowie andere hilfsbedürftige Menschen zählt das ganz besonders.