Praktikum – das ist dein gutes Recht!

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Ein Praktikum ist immer eine gute Wahl. Wer jedoch drei Monate lang Botengänge machen oder Kaffee kochen muss, sollte die Notbremse ziehen. Auch sonst ist es wichtig, seine Rechte und Pflichten zu kennen.

Wer sich für ein Praktikum interessiert, sollte vorab für sich noch einige Fragen klären: Wie viel Zeit möchte ich in das Praktikum investieren? Entscheide ich mich für ein bezahltes oder ein unbezahltes Angebot? Wie sieht meine Urlaubsplanung aus? Wir geben Tipps, was du vorab klären solltest, damit es zu keinen bösen Überraschungen kommt.

Pflichtpraktikum

Häufig ist während der Schulzeit ein Praktikum vorgeschrieben. Das bedeutet, es ist ein Pflichtpraktikum. Dieses wird nicht bezahlt und es besteht auch kein Anspruch auf Urlaub.

Freiwilliges Praktikum

Anders ist es, wenn du ein freiwilliges Praktikum absolvierst. Zum Beispiel während der Schulferien oder nach der Schulzeit. Dann hast du ein Recht auf Bezahlung. Ebenso hast du einen gesetzlichen Anspruch auf zwei Urlaubstage für jeden Monat, den du gearbeitet hast. Zwar ist es laut Gesetz keine Pflicht, aber ein Vertrag für ein freiwilliges Praktikum ist auf jeden Fall sinnvoll. So kannst du sicher sein, dass du deine Rechte notfalls auch geltend machen kannst.

Bewerbungsgespräch

Auf das Bewerbungsgespräch solltest du dich gut vorbereiten. Denn nur dann kannst du flüssig auf die Fragen des Chefs antworten. Zum Beispiel auf diese: Erzähle kurz deinen Werdegang. Warum interessierst du dich für die Praktikumsstelle? Welche Aufgaben gefallen dir besonders gut? Klingt erst mal einfach. Doch in der aufregenden Situation eines Bewerbungsgesprächs ist es manchmal schwerer als gedacht, all das in Worte zu fassen, was man sich vorgenommen hat. Übe deshalb vorher schon einmal mit deiner Familie oder für dich selbst. Sage dann deine Antworten laut auf – du wirst sehen, es hilft wirklich.

Arbeitszeiten

Die Arbeitszeit als Praktikant sollte nicht mehr als acht Stunden täglich umfassen. Dein Arbeitgeber hat auch kein Recht zu verlangen, dass du an Sonn- oder Feiertagen arbeitest. Allerdings gibt es Ausnahmen: Wenn du dein Praktikum zum Beispiel in einem Krankenhaus, Restaurant oder beim Radio machst, wirst du um ungewöhnliche Arbeitszeiten nicht herumkommen. Dann steht dir ein freier Tag als Ersatz zu.

Dauer eines Praktikums

Zwei Wochen, drei Monate oder gar ein Jahr – was ist die richtige Dauer für ein Praktikum? Das hängt davon ab, in welchem Bereich du einsteigen möchtest und was du dir von der Zeit erhoffst. Wer etwas mehr Zeit investiert, bekommt eher die Chance, auch selbstständig zu arbeiten. Sollte der Praktikant jedoch merken, dass man ihm während des Praktikums nichts oder zu wenig beibringt, hat er das Recht, sein Praktikum zu kündigen. Das ist gerade bei langen Praktika eine gute Entscheidung, um die Zeit nicht zu verschwenden.

Ganz wichtig: Praktikumszeugnis

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, dem Praktikanten ein Zeugnis mit den folgenden Informationen auszustellen:

· Art des Praktikums

· Dauer

· Aufgaben

· erlernte Fähigkeiten, Kenntnisse, berufliche Erfahrungen

Das Zeugnis sollte wohlwollend formuliert sein, das heißt: Es darf nichts Schlechtes über dich darin stehen.

Und wenn es beim Praktikum nicht gut läuft?

Wenn du während des Praktikums feststellst, dass der Beruf doch nichts für dich ist und du etwas anderes machen möchtest, ist das auch nicht schlimm. Ganz im Gegenteil! Ein Praktikum dient deiner Orientierung. So weißt du vor Antritt einer Ausbildung oder eines Studiums, was dich im Arbeitsalltag erwartet und vermeidest später unnötige Abbrüche oder Jobwechsel. Vielleicht setzt du dich vorher mit deinen Eltern zusammen. Sie können meist gut einschätzen, was dir liegt und was nicht. Und sie stehen dir bestimmt mit Rat und Tat zur Seite, auch wenn es einmal schlechter läuft.