Stellenanzeigen richtig lesen

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Ob Azubibörse, Jobportal oder ganz klassisch in der Zeitung – Stellenanzeigen haben alle etwas gemeinsam: Man muss sie auch zwischen den Zeilen lesen können. Was das bedeutet und wie du damit deine Chancen bei der Jobsuche steigerst – spleens academy zeigt es dir.

Ein gutes, auf das Unternehmen abgestimmtes Anschreiben ist bei einer Bewerbung schon die halbe Miete. Deshalb lohnt es sich, jede in Frage kommende Stellenanzeige genau zu prüfen: Um was für eine Firma handelt es sich? Was ist dem Unternehmen wichtig? Passe ich in das Unternehmen? Ist die Stelle wirklich die richtige für mich? Und vor allem: Wie stehen meine Chancen, die Ausbildungsstelle oder den Job wirklich zu bekommen?

Klare Struktur

Eine Stellenanzeige ist meist nach einem bestimmten Muster aufgebaut, das sich wiederholt:

1. Kurze Firmendarstellung

2. Aufgabenbereich

3. Anforderungen an den Bewerber

4. Hinweise auf Bezahlung, Eintrittstermin

5. Art der gewünschten Kontaktaufnahme: vollständige schriftliche Bewerbungsunterlagen, Bewerbung per E-Mail oder Post, Online-Formular, etc.

1. Kurze Firmendarstellung

An diesem Punkt stellt sich das Unternehmen  selbst vor. Wenn du dir diesen Teil bereits  aufmerksam durchliest, kannst du zwischen den Zeilen herauslesen, um was für eine Art Betrieb es sich dabei handelt. Wird der Bewerber zum Beispiel geduzt, ist das ein Hinweis darauf, dass es hier vermutlich lockerer zugeht. Ist die Beschreibung förmlich oder wird das Unternehmen als traditionsreich bezeichnet, ist man hier eher konservativ eingestellt.

2. Aufgabenbereich

Dieser Teil der Stellenanzeige umfasst den zukünftigen Arbeitsbereich des Bewerbers. Wenn du dich als Azubi bewirbst, solltest du diesen Teil besonders aufmerksam lesen, um zu schauen, ob der Job wirklich das Richtige für dich ist. Gehören zum Beispiel regelmäßige Präsentationen zum Arbeitsalltag, während dir schon allein beim Gedanken daran mulmig wird, ist es sicherlich besser, nach einer anderen Stelle Ausschau zu halten.

3. Anforderungen an den Bewerber

Du sprichst nicht fließend Englisch, also brauchst du dich gar nicht erst zu bewerben? Nicht so schnell. Denn in dem Abschnitt mit den Anforderungen gibt es die Unterscheidung zwischen Muss- und Kann-Kriterien. Man erkennt sie anhand von bestimmten Signalwörtern, zum Beispiel:

Diese Anforderungen musst du für die Stelle mitbringen:

- wir erwarten

- Sie haben

- wir setzen voraus

Weitere Beispiele zeigen dir Anforderungen, die helfen können, um den Chef von dir zu überzeugen, aber nicht unbedingt zwingend sind:  

- Sie haben idealerweise

- Sie sprechen Englisch oder Spanisch

- ein Plus wäre

4. Eintrittsdatum & Co.

Manchmal wird in der Anzeige darum gebeten, bei der Bewerbung mit anzugeben, ab wann du in der Firma starten kannst. Das solltest du dann auch dazuschreiben. Darüber, ob du deinen Gehaltswunsch nennen solltest, wenn darum in der Stellenanzeige gebeten wird, oder nicht, streiten sich die Experten. Wenn du dich dafür entscheidest, solltest du dich vorab gut informieren, welches Gehalt in dem Bereich üblich ist, um nicht mit überzogenen Wünschen abzuschrecken. Spätestens beim Vorstellungsgespräch wird das Thema aber auf jeden Fall angesprochen.  

5. Art der Bewerbung

Du schickst deine Bewerbung immer per Post – komme, was wolle? Keine besonders gute Strategie, denn jede Firma hat bestimmte Präferenzen, wenn es um Bewerbungen geht. Deshalb solltest du dich am besten daran halten. Heutzutage ist die postalische Bewerbung meistens nicht mehr angesagt. Ein Plus: Eine Online-Bewerbung erfordert zwar mindestens genauso viel Mühe, ist aber günstiger, weil keine Kosten für die Briefmarke oder Bewerbungsmappe anfallen.

Eine kleine Orientierungshilfe: Die wichtigsten Qualifikationen sind meist die ersten drei, die genannt werden. Erfüllst du einige Anforderungen nicht? Vielleicht kannst du sie durch andere wieder ausgleichen? In dem Fall könnte eine Bewerbung trotz allem lohnenswert sein.

Es kann also sehr helfen, sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen, um die Stellenanzeigen auch zwischen den Zeilen zu lesen – so klappt es am Ende auch mit dem Traumjob.