Endlich Feierabend oder was?

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Im Job ist richtig viel los. Du weißt nicht mehr, wo dir der Kopf steht, und acht Stunden reichen nicht aus, um die ganze Arbeit zu schaffen. Jetzt sagt der Ausbilder: Überstunden machen. Was erlaubt das Gesetz? Was nicht?

Im Berufsleben sind Überstunden in vielen Branchen keine Seltenheit. In manchen sind sie sogar üblich. Grundsätzlich ist aber klar im Arbeitszeitgesetz geregelt, wie lange und wann du während deiner Ausbildung arbeiten darfst. Es gibt Unterschiede nach der Art deiner Arbeit, der Branche und dem Alter. Manchmal gelten auch noch zusätzlich Tarifverträge. Und: Selbstverständlich gibt es auch Ausnahmeregelungen.

Überstunden sind erst mal freiwillig

Die gute Nachricht ist: Für Azubis sind erst einmal keine Überstunden vorgesehen. Die vertraglich festgelegte Ausbildungszeit reicht aus, damit du deinen Beruf erlernen kannst. Als Azubi kannst du aber freiwillig Überstunden leisten. Diese sollten dann deiner Ausbildung dienen. Daher muss auch eine ausbildungsbeauftragte Person mit dir anwesend sein, wenn du Überstunden machst.
Es ist auch möglich, dass in deinem Ausbildungsvertrag, in deinem Tarifvertrag oder deiner Betriebsvereinbarung eine Pflicht zu Überstunden ausdrücklich geregelt ist. Dann musst du dich auch daran halten. Dein Betrieb muss dir deine Überstunden vergüten oder dir erlauben, sie durch Freizeit auszugleichen.

Das Gesetz gilt immer

Was auch immer dein Ausbildungsbetrieb sich ausdenken mag, es gelten immer die Regelungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes und Arbeitszeitgesetzes. Das ist ganz wichtig. Denn wenn du über die gesetzlich festgelegte Maximalgrenze deiner Arbeitsstunden kommst und einen Arbeitsunfall erleidest, bezahlt die Unfallversicherung der Berufsgenossenschaft unter Umständen nicht. Es ist also möglich, dass du in deiner Ausbildung Überstunden machen musst. Das ist zwar nicht unbedingt angenehm, aber gehört zum Beruf mitunter dazu. Augen zu und durch.